aktualisiert am 21.05.2013


'Sozial engagierte Jungs'

im Regionalverband Saarbrücken

 

 

Träger des Projektes


Kooperationspartner


Inhaltlich verantwortlich

  • Fachstelle für Jungenarbeit Rheinland-Pfalz/Saarland

 

Beteiligte Personen und Institutionen

  • Tageseinrichtungen für Kinder
  • Erweiterte Realschulen und Gesamtschulen
  • Schulsozialarbeit


Geplante Laufzeit des Projektes:

  • Januar 2012 – Dezember 2012
  • Option zur Verlängerung bis Dezember 2013

 

Hintergründe


Die Mitarbeit von männlichen Fachkräften in Tageseinrichtungen für Kinder wird meist geschätzt und gewünscht. Gleichwohl ist ihr Anteil mit unter 3% seit Jahren sehr niedrig. Damit erleben Mädchen wie Jungen meist weibliche und weniger männliche Vorbilder. Für Jungen bedeuten die fehlenden männlichen Bezugspersonen zudem, dass ihnen für die Ausprägung ihrer Geschlechterrolle nur unzureichende Identifikationsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

 

Die geringe Nachfrage von jungen Männern nach pädagogischen Ausbildungsfeldern resultiert u.a. auch aus einem tradierten Geschlechterrollenbild von männlichen Jugendlichen. Mit diesem Projekt soll Jungen und männlichen Jugendlichen ein Zugang zu einem neuen zukunftsträchtigen Berufsfeld eröffnet werden.

 

Gleichzeitig stellen wir in der Arbeit der Fachstelle Jungenarbeit fest, welche Bedeutung ein sinnvolles ehrenamtliches Engagement, das bei den Stärken, Fähigkeiten und Ressourcen der Jungen und männlichen Jugendlichen ansetzt, haben kann.

 

Mit der Erweiterung der Geschlechterrolle und Förderung der sozialen Kompetenz erweitern wir für die Jungen und männlichen Jugendlichen auch die Möglichkeiten, an Bildungsprozessen stärker beteiligt zu werden.

 

Ehrenamtliches Engagement, geschlechterreflektierende Jungenarbeit und berufliche Orientierung werden in diesem Projekt miteinander verbunden. 

 


Projektziele

  • Die am Projekt beteiligten Jungen lernen soziale und pädagogische Arbeitsfelder kennen und bekommen einen Einblick in ein Arbeitsumfeld, das nach wie vor zu den so genannten Frauenberufen zählt. Diese Erfahrungen können ihnen bei der beruflichen Orientierung helfen.
  • Die am Projekt beteiligten Jungen nehmen im Rahmen ihrer Tätigkeit und ihres Arbeitsumfeldes in Kindertagesstätten Zusammenhänge von Geschlechterrolle und Arbeitstätigkeit wahr. Sie können im Rahmen des Projektes solche Wahrnehmungen reflektieren und so einen differenzierten Umgang mit ihren eigenen und mit gesellschaftlichen Geschlechterrollenstereotypen erlernen. Sie haben damit auch die Möglichkeit, ihre eigenen Männlichkeitsbilder zu hinterfragen.
  • Die männlichen Jugendlichen erfahren durch ihre zumal freiwillige Tätigkeit in den Einrichtungen eine soziale Anerkennung, die ihnen in Alltag und Schule sehr oft fehlt.
  • Die persönlichen Erfahrungen des „praktischen“ Engagements, sich einzusetzen und anderen Menschen zu helfen, unterstützt die persönliche Entwicklung der Jungen. Sie lernen mehr Verantwortung zu übernehmen und ihre eigenen Fähigkeiten und Grenzen kennen.
  • Die Bedeutung und der Gewinn ehrenamtlichen Engagements sollen erkannt und gefördert werden.
  • SchulsozialarbeiterInnen, die in ihrem Wirkungskreis an der Umsetzung des Projektes mitarbeiten, werden qualifiziert und unterstützt, im Rahmen ihrer Tätigkeit geschlechtsbewusste Jungenarbeit und Jungenpädagogik zu etablieren und das Projekt „Sozial engagierte Jungs“ zu verstetigen.


Zielgruppe

  • SchulsozialarbeiterInnen im Regionalverband Saarbrücken, die das Projekt „Sozial engagierte Jungs“ in ihre Arbeit integrieren wollen.
  • Männliche Jugendliche der Klassenstufen 9/10, insbesondere an Erweiterten Realschulen und Gesamtschulen.
  • MitarbeiterInnen von Kindertagesstätten, die konkrete männliche Unterstützung und durch die flankierende Fortbildung in geschlechtssensibler Pädagogik eine wichtige berufliche Qualifizierung erhalten.
  • Die Kinder in den KiTas, die männliche Ansprechpartner, Spielbegleiter und damit Identifikationsmöglichkeiten kennen lernen.
  • Durch die Vernetzung der Kooperationspartner können neue Kommunikationspartner gefunden werden und eine neue Qualität der Bildungspartnerschaft vor Ort entstehen.


Bausteine zur Projektumsetzung

  • Wichtige Kooperationspartner zur Umsetzung des Projektes sind SchulsozialarbeiterInnen, die in der Rolle des Mentoren/der Mentorin mitwirken. An 5 Schulstandorten im Regionalverband Saarbrücken wollen wir 5 Schul-sozialarbeiterInnen akquirieren, die in ihrem Arbeitsumfeld das Projekt „Sozial engagierte Jungs“ mit Unterstützung der Fachstelle Jungenarbeit umsetzen wollen.
  • Die Unterstützung der KooperationspartnerInnen/MentorInnen erfolgt durch regel-mäßige Fachberatung, unterschiedliche Fortbildungsangebote und gemeinsame Aktionen aller Projektbeteiligten.
  • Mit Unterstützung der Fachstelle bewerben die SchulsozialarbeiterInnen das Projekt und ermöglichen an jedem Schulstandort bis zu 6 Jungen der Klassenstufen 9/10 die Teilnahme.
  • Die Jungen arbeiten ein- bis zweimal in der Woche 4 Stunden nachmittags in einer Kindertagesstätte. Dabei lernen sie dieses Arbeitsfeld kennen. In zahlreichen Situationen können sich die Jugendlichen einbringen und liefern zudem durch ihr Geschlecht einen bereichernden Beitrag zu frühkindlichen Bildungsprozessen und damit auch zur Erweiterung des Bildungsangebots einer Kindertagesstätte. Für ihre Arbeit erhalten die Jungen ein Taschengeld von durchschnittlich 30,00 Euro im Monat.
  • Die Jugendlichen werden während ihres freiwilligen Engagements durch Mitarbeiter der Fachstelle Jungenarbeit und MentorInnen (SchulsozialarbeiterInnen) begleitet und in persönlichen sowie beruflichen Fragen beraten und unterstützt. In Kooperation zwischen MentorInnen und Mitarbeitern der Fachstelle wird der Kontakt mit Tageseinrichtungen gehalten.
  • Es finden regelmäßige Treffen, soziale Trainings und Freizeitaktivitäten in den jeweiligen Gruppen an Schulstandorten bzw. der Gesamtgruppe statt.
  • Die Jungen erhalten nach einer Zeit von 6 oder 9 Monaten (dies ist in der weiteren Projektplanung noch zu entscheiden) ein Zertifikat über die von ihnen ehrenamtlich geleistete Arbeit. Das freiwillige Engagement der Jungen soll auch durch einen entsprechenden Vermerk im Zeugnis gewürdigt werden. Auch die MentorInnen erhalten ein entsprechendes Zertifikat für die Durchführung und Begleitung des Projektes.
  • Fortbildung mit den Fachkräften aus den beteiligten Einrichtungen (evtl. gesonderte Finanzierung über die Fachstelle Jungenarbeit).
  • Dokumentation des Projektes mit der Produktion eines Videofilms und der Herstellung einer kopierfähigen DVD


Videodokumentation des Projekts

 

Das Modellprojekt „Sozial engagierte Jungs“, das mit Unterstützung des Bundes-ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Saarland durchgeführt wurde, ist mit Hilfe eines Videofilmes dokumentiert worden. Der professionell gedrehte und hergestellte Film hat in der Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt eine herausragende Rolle gespielt.

 

Die Videodokumentation des beantragten neuen Projekts würde ein Stück weit die Ziele und möglichen Effekte des Projektes aufnehmen. Damit können Nachhaltigkeit gewährleistet, Diskussionen geschaffen und Impulse für andere Projekte und soziales Engagement gegeben werden.

Die Dokumentation wird demnach als ein Bestandteil des gesamten Projektes gesehen, der das Projekt und seine Beteiligten über den gesamten Projektzeitraum begleiten und diesen zur Seite stehen soll.

 

Zusätzlich könnte die Videodokumentation als Anerkennung und Motivation für die teilnehmenden Jungs sowie für die übrigen Projektbeteiligten dienen. In dem sich die Dokumentation direkt mit ihnen und ihrer Arbeit beschäftigt, diese zum Thema und Inhalt eines Filmes macht, soll verdeutlicht werden, dass das erbrachte Engagement und die geleistete Arbeit über die persönliche Wirkungsebene hinweg auch auf sozialer und gesellschaftlicher Ebene von Bedeutung sind.

 

Nicht zuletzt böte eine filmische Dokumentation eine gute Möglichkeit für den Regionalverband Saarbrücken, ihre Arbeit öffentlichkeitswirksam mit dem Medium Film darzustellen.

 


Spezifika des Trägers

 

Die Fachstelle Jungenarbeit Rheinland-Pfalz/Saarland in Trägerschaft des Paritätischen Bildungswerks wird durch die Bundesländer Rheinland-Pfalz und Saarland gefördert. In Nachfolge des vierjährigen Modellprojektes „Geschlechtsbewusste Jungenarbeit“, das durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung finanziert und vom Paritätischen Bildungswerk in Rheinland-Pfalz und Saarland umgesetzt wurde, wurde die Fachstelle 2001 gegründet.

 

Die Fachstelle Jungenarbeit unterstützt und begleitet sozialpädagogische Fachkräfte in der Kinder- und Jungendarbeit bei der Planung geschlechtsbewusster Arbeit mit Jungen und männlichen Jugendlichen in Rheinland-Pfalz und Saarland. Dazu werden durch Mitarbeiter und Referenten der Fachstelle Fortbildungen, Fachtagungen, Konzept-beratungen etc. entwickelt und durchgeführt.

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